they give drugs a bad name…

Für den 17.8. hat die NPD RLP eine Mahnwache unter dem Motto „Keine Macht den Drogen“ in Hauenstein angemeldet. Anlass hierfür ist laut dem doch selbst für Nazis peinlichen Aufruf der NPD ein von der Grünen Jugend organisiertes „Drogenlager“, auf welchem Workshops zu den Themen Drogenpolitik und Feminismus angeboten werden.

Auf die dümmlichen Unterstellungen der Nazis, wie die der möglicherweise „rauschgiftbedingten“ Kumpanei der Junggrünen mit der „Anarchostalinistenszene, den sogenannten Autonomen“ soll hier nicht weiter eingegangen werden. Viel mehr ist der vorliegende Text der Versuch einer kurzen theoretischen Annäherung an das Phänomen der nahezu panischen Tabuisierung jeglicher drogenbedingter Rauscherlebnisse in der bürgerlichen Gesellschaft, die über deren paradoxerweise legales Volksbesäufnis hinausgeht. Diese findet in der Ideologie der NeofaschistInnen lediglich ihren überspitzt wahnhaften Ausdruck. Während im bürgerlichen Rechtsstaat „nur“ mit Gefängnisstrafen o. ä. zu rechnen ist, würden Letztere DrogenkonsumentInnen wohl am liebsten direkt exekutieren. Die zugrunde liegenden Denkschemata sind jedoch die gleichen.

Beiden zu Grunde liegt die Angst vor den Unwägbarkeiten der Natur, die durch ein scheinbar rationales Organisationsprinzip der Wirklichkeit unterdrückt, gebändigt und beherrschbar gemacht werden soll. Diesen Unwägbarkeiten zuzuordnen ist auch der Drogenrausch. Jener ermöglicht die Erfahrung des „Selbstverlusts“, die sich nicht in feste Erklärungsschemata der bürgerlichen „instrumentellen Rationalität“ zwängen lässt. Dem „Selbstverlust“ im Rausch steht das rücksichtslose Streben der bürgerlichen Gesellschaft nach „Selbsterhaltung“ dialektisch gegenüber, welche Adorno zufolge die Ausübung von Herrschaft erfordert und jene erst ermöglicht. Durch sie wird die gesellschaftliche Umgebung, physikalisch wie sozial, kontrollierbar und überschaubar, die Verhältnisse werden somit stabilisiert.

Herrschaft des Menschen über die Umgebung schlägt allerdings notwendigerweise wieder auf den Herrscher als Teil der Natur zurück. Diese Rationalität, ursprünglich vom Menschen entwickelt um seine Umwelt zu beherrschen und den gesellschaftlichen Fortschritt voranzutreiben, wird durch das instrumentelle Verhältnis zu ihr zum Instrument der Herrschaft über sich selbst.
Durch die bereits erwähnte Einpassung scheinbar „bedrohlicher“ Verhältnisse in bekannte, überschaubare Erklärungs-Schemata, die Unterdrückung der Angst, werden die äußeren Verhältnisse gefestigt. Das entspricht aber auch einer Regulierung eigener Erwartungen und Erfahrungen, die Folge ist eine Disziplinierung eigenen Denkens, für die das bürgerliche Subjekt notwendigerweise mit einem Verzicht auf eine totale Erfahrung seiner selbst bezahlt. Unter gegenwärtigen Verhältnissen kann eine Selbsterfahrung, deren logischer Bestandteil der „Selbstverlust“ wäre, somit nicht stattfinden. Stattdessen spielt die Gesellschaft die notwendigen natürlichen Erfahrungsdimensionen, Selbsterhaltung und Selbstverlust, gegeneinander aus. Solange dies geschieht, wendet sich Natur gegen sich selbst, bzw. wird der Mensch als Individuum nie zu sich selbst kommen können.

Dasz es der instrumentalisierten Vernunft jedoch nicht gänzlich gelingt, den menschlichen Trieb zum Selbstverlust wegzurationalisieren, äußert sich in der bürgerlichen Gesellschaft beispielsweise im oben erwähnten Volksbesäufnis oder in esoterischen Modeerscheinungen. Eine weitaus gefährlichere Variante dieses Phänomens stellt die Aufgabe des Individuums zu Gunsten des völkischen Kollektivs dar, welche im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt fand.

Eine Versöhnung der beiden o. g. Gegensätze wäre Vorraussetzung einer emanzipierten Gesellschaft. Ein Schritt in diese Richtung kann subjektiv durchaus die Bewusstseinserweiterung mit Hilfe von Drogen darstellen, wenngleich der Kampf um die materielle Grundlage dieser befreiten Gesellschaft vor diesem Hintergrund nicht zurücktreten darf.

In diesem Sinne –
Deutschland in der Pfeife rauchen!
Kapitalismus wegballern!
Communismus einklinken!

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antifa landau & institut fuer angewandten hedonismus


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die nationale freakshow im bild:


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Welcome to the Jungle!